Schlaganfall-Rehabilitation nach Bobath

DEFINITION

Als Schlaganfall (auch Gehirnschlag, zerebraler Insult, apoplektischer Insult, Apoplexia cerebri, Ictus apoplecticus, in der medizinischen Umgangssprache häufig verkürzend auch Apoplex oder Insult) wird eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns bezeichnet, die oft zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des Zentralnervensystems führt und durch kritische Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht wird.

DEFIZITE AUSGLEICHEN

Nach einem Schlaganfall funktionieren bestimmte Bereiche des Gehirns nicht mehr, die für die Steuerung der Bewegung verantwortlich sind. Hinken, ein gelähmter Arm oder schiefe Gesichtszüge können die Folgen sein. Gesunde Gehirnteile können die Aufgaben jedoch übernehmen. Sie versuchen automatisch, die Defizite auszugleichen und Aufgaben der gelähmten Seite zu übernehmen - statt wie früher mit rechts, greift der Patient mit links zu.

BEHANDLUNG

Schlaganfall-Rehabilitation nach Bobath

Das Bobath-Konzept setzt darauf, Bewegungen neu zu erlernen - wie ein Kind. Das Gehirn soll die infolge des Schlaganfalls "abgeschalteten" Körperzonen neu entdecken. Durch beharrliche Förderung und Stimulation lässt sich die gelähmte Körperpartie oft schrittweise reaktivieren. Das Gehirn organisiert sich um, und gesunde Hirnteile übernehmen nach und nach die Steuerung.
Wenn die Bobath-Therapie frühzeitig beginnt und konsequent verläuft, bestehen gute Chancen, dass sich die Bewegungsfähigkeit verbessert oder sogar ganz wiederherstellen lässt. Wie gut sich die motorischen Fähigkeiten durch die Rehabilitation verbessern lassen, hängt jedoch davon ab, wie stark das Gehirn durch den Schlaganfall geschädigt wurde. Das Bobath-Konzept ist eines der weltweit am häufigsten angewendeten Rehabilitations-Maßnahmen zur Behandlung von Halbseitenlähmungen nach Schlaganfall.

Üben, üben, üben ...

Therapeut und Patient trainieren während der Rehabilitation das Zusammenspiel von Sinnesorganen und Muskeln. Durch gezielte, äußere Reize erlernt der Patient nach einem Schlaganfall die natürlichen Haltungs- und Bewegungsmuster neu. Die erkrankte Körperseite wird bei allen Übungen voll einbezogen und unterstützt.
Das Prinzip ist: Nicht den Patienten füttern, sondern mit ihm gemeinsam den Löffel zum Munde führen. So wird für ihn der Erfolg der Übung direkt spür- und sichtbar. Auch Gleichgewichtsübungen und ein Training zur Rumpf- und Kopfkontrolle machen die durch den Hirninfarkt verloren gegangenen Bewegungsabläufe wieder verfügbar. Die ständige Wiederholung festigt die Verknüpfung neuer Nervenbahnen.

Klare Therapieziele

Die Methode entwickelten die Physiotherapeutin Berta Bobath und ihr Mann, der Neurologe Karl Bobath, in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Ziele bei der Rehabilitation nach der Bobath-Methode sind:

  • Gelähmte und gesunde Körperseite gleichzeitig fördern
  • Normale Bewegungsabläufe im Alltag üben
  • Verkrampfte und abnorme Haltungs- und Bewegungsmuster vermeiden
  • Sensibilität stimulieren
  • Schmerzen und Muskelverkürzungen (Kontrakturen) verhindern
  • Selbständigkeit und Sicherheit im Alltag erhöhen

 

(Quelle: http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Schlaganfall-Rehabilitationen-mi-9377.html)